Wasser (SahraSingt)

Der Wecker klingelte, es war aber nicht seiner, dass hörte er an dem Klang. Der Lärm, der ihn weckte,kam von dem Nachtschränkchen auf der anderen Seite des Bettes. Er schlug die Bettdecke weg und setze sich an den Rand des Bettes. Die wohltuende Wärme wich und ein eisiger Luftzug umspielte seine Waden. Er bekam eine Gänsehaut, schaute zu dem Fenster und sah, das es offen stand. Er hatte es wohl gestern Abend vergessen zu schließen. Auf den Dielen vor dem Fenster machte sich eine kleine Pfütze bemerkbar. Es regnete, er stand auf und schloss das Fenster. Die Regentropfen prasselten an die Fensterscheibe. So schnell wie sie auf der Scheibe landeten, rannten sie nun hinunter... Er war wie hypnotisiert stand nur da und starrte auf die kleinen Tropfen, doch der erneute Lärm des Weckers riss ihn vom Fenster weg. Er nahm den Wecker und schaltete ihn komplett aus. Aus dem Augenwinkel erblickte er die Schwarze Tasche, die er gestern sorgsam über den Stuhl legte. Er hatte seinen Anzug aus der Reinigung geholt, der nun in der Tasche lag und wartet getragen zu werden. Er schaute in den Spiegel. Es gab nicht viel Neues zu entdecken. Vielleicht ein paar Fältchen mehr, die nicht weiter auffielen. Er versuchte die anthrazitfarbene Krawatte in ihre richtige Position zu rücken. Vergebens.... Er blickte zur Tür, einen Moment hoffend, sie würde weiter aufgehen, doch sie blieb regungslos. Ein letzter Blick in den Spiegel, versicherte ihm, dass er jetzt gehen musste. Ihm war bewusst, dass dieser Tag kommen würde. Als er im Flur seinen langen schwarzen Mantel anzog, fiel im der Regenschirm ins Auge. Da es immer noch regnete hängte er ihn an die Türklinge, damit er ihn später nicht vergessen konnte. Er trat hinaus und schloss die Tür, drehte den Schlüssel zweimal herum und ging zum Aufzug. Im Fahrstuhl drückte er auf das große E, welches kurz darauf Weiß aufleuchtete. Während der Fahrt vermied er den Blick in den Spiegel und schaute auf seine Schuhspitzen. Unten angekommen ging er hinaus und öffnete den Schirm, er schaute sich um und sah schon das Auto, welches ihn abholen sollte. Er holte tief Luft und ging auf das Auto zu, drehte sich nicht noch einmal um. Als er im Auto saß, starrte er zu dem Haus, zu dem Fester, dass er heute früh geschlossen hatte. Trotz der viel Regentropfen, konnte er alles klar erkennen. Der Fahrer sprach mit ihm, aber das nahm er nur aus dem Augenwinkel wahr. Er wusste was er von ihm wollte, aber reagierte nicht drauf. Er starrte immer noch auf das Fenster, er bildete sich ein, der Vorhang bewegt sich. Er blinzelte, doch da war nichts. Er musste dichter an die Scheibe gerückt sein, denn sein Atem beschlug diese, so das seine Sicht auf das Fenster getrübt wurde. Er lehne sich zurück und signalisierte dem Fahrer, dass er nun losfahren konnte. Er schaute wieder aus dem Fenster, aber dieses Mal um die Regentropfen zu beobachten. Es wirkte als ob sie ein Rennen gegeneinander spielen. Durch den Fahrtwind, konnten die Tropfen gar nicht schnell genug davonrennen. Er schaute nach vorne, denn ihm wurde bewusst, dass egal wer der erste Tropfen war, die Anderen würden auch ins Ziel finden und sich am Ende vereinen. Ihm rann eine Träne die Wange runter doch er weinte nicht, sondern lächelte.

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